Talente, Bühne und Leidenschaft im Archiv

Sie ist tief in Salzburg verankert und in der ganzen Welt bekannt: die Universität Mozarteum. Mehr als 40 künstlerische und pädagogische Studienrichtungen aus den Bereichen Musik, Darstellende und Bildende Kunst bieten eine umfassende Ausbildung. Renommierte Künstler*innen als Lehrende bringen junge, internationale Talente zum Aufblühen. Daraus entstehen Geschichten, die das Archiv der Uni Mozarteum füllen.

An der Uni Mozarteum entfalten sich Talente. Man wird hier nicht zum/r Künstler*in, man ist es schon bevor man überhaupt das Studium beginnt. Rund 1.800 junge Menschen studieren an der Uni Mozarteum. Etwa 500 Lehrende, viele davon selbst bekannte Künstler*innen, geben ihr Wissen und ihre Kunst weiter, dabei ist ihnen die individuelle Förderung ein großes Anliegen. Die erstklassige Ausbildung, prominente Absolvent*innen und viele berühmte Persönlichkeiten – darunter u.a. Paul Hindemith, Carl Orff, Nikolaus Harnoncourt – haben die Geschichte der Universität geprägt.

Kunst und Künstler*innen im Archiv

Das Archiv der Uni Mozarteum, der Kunst-ARCHIV-Raum, befindet sich im sogenannten Theatrum in der Paris-Lodron-Straße, wo auch die Departments für Schauspiel und Regie sowie Bühnengestaltung untergebracht sind. In unzähligen grauen Archivkartons lagern Fotos, Jahresberichte, Zeitungsartikel, Personalakten und Studienblätter, die tief in die Vergangenheit der Uni blicken lassen: Wer war der Lehrer von Herbert von Karajan? Bei wem hatte Thomas Bernhard Unterricht? Wann fand die erste Opern-Aufführung statt und wie hat die Presse berichtet?

Das Archiv der Uni Mozarteum dokumentiert das aktuelle Geschehen genauso wie historische Aktivitäten. Außerdem ist es Aufgabe des Archivs, die Geschichte der Uni Mozarteum öffentlich zu präsentieren. Um dem gerecht zu werden, publizieren die Mitarbeiterinnen jährlich einen Almanach, gestalten Ausstellungen und arbeiten an Forschungsprojekten mit.

Wissensstadt Salzburg Tage der Archive Mozarteum

Die Leiterin des Kunst-ARCHIV-Raums der Uni Mozarteum, Susanne Prucher, mit einem Plakat aus den 1970er Jahren.

Auftritte gegen Lampenfieber

Schon während des Studiums sammeln die Studierenden viel Erfahrung auf der Bühne und davon haben wir alle was. Bei (häufig) freiem Eintritt gibt’s Konzerte, Schauspiel und Opern auf hohem Niveau. Längst hat sich die Uni Mozarteum auch als Kulturbetrieb einen Namen gemacht. Wer sich einmal durch den Veranstaltungskalender geklickt hat, der staunt: Vom Studienkonzert Fagott, Klavier und Gitarre, Opernaufführungen mit den jungen Stars bis hin zum Young Excellence in Concert mit hochbegabten Kindern – jeden Tag finden gleich mehrere Aufführungen statt.

Gedenken an ehemaligen Leiter

120 Jahre wäre der ehemalige, langjährige Leiter des Mozarteums, Eberhard Preußner, heuer geworden. Aus diesem Anlass blickt der Kunst-ARCHIV-Raum bei den Tagen der Archive zurück in die Universitätsgeschichte. Thomas Hochradner, der Leiter des Departments für Musikwissenschaft und Initiator des Arbeitsschwerpunkts Salzburger Musikgeschichte, spricht über den herausragenden Musikpädagogen Preußner. Passend dazu zeigt das Archiv Auszüge aus dem Personalakt, Fotos, Korrespondenzen, Zeitungsbeiträge und mehr. Musikalische Untermalung gibt’s von Studierenden.

Universität Mozarteum Salzburg
Kunst – ARCHIV – Raum
MMag. Susanne Prucher
Paris-Lodron-Straße 9, 5020 Salzburg
www.uni-mozarteum.at
Tel. 0662 6198 6600

 Eintauchen in die historische Vergangenheit? Von 11. bis 15. Juni 2019 finden die Tage der Archive statt.

Lange Geschichte kurz erzählt

Die Geschichte des Mozarteums beginnt im Jahr 1841. Zum fünfzigsten Todestag von Wolfgang Amadé Mozart wurde der Dommusikverein und Mozarteum gegründet. Zu dieser Zeit herrschte ein großer Nachwuchsmangel an Instrumentalist*innen. Als Konservatorium zur Ausbildung junger Musiker*innen für den kirchlichen Dienst im Salzburger Dom sollte das Mozarteum Abhilfe schaffen. Schon damals wurden Konzerte veranstaltet und Stipendien an begabte Studierende vergeben. 1870 wurde die Internationale Mozartstiftung zur Förderung begabter Musiker*innen ins Leben gerufen. 1880 erfolgte die Gründung der Öffentlichen Musikschule Mozarteum, die im Folgejahr von der Internationalen Mozarteumstiftung übernommen wurde. Neben der Musikschule verwaltete die Stiftung ein Orchester (das heutige Mozarteum Orchester Salzburg) und einen Fond zur Unterstützung talentierter Musiker*innen. Seit 1914 wird die Öffentliche Musikschule Mozarteum als Konservatorium mit Öffentlichkeitsrecht anerkannt, 1922 verstaatlicht und 1939 in die Reichshochschule Mozarteum umbenannt. Erst 1953 entsteht die Akademie für Musik und darstellende Kunst Mozarteum, 1970 wird aus der Akademie eine Hochschule und erst 1998 wird aus der ehemaligen Musikschule die Universität Mozarteum Salzburg. Den Kunst-ARCHIV-Raum gibt es seit April 2013. Ziel ist es, die historischen und gegenwärtigen Aktivitäten der Universität zu dokumentieren und diese öffentlich zugänglich zu machen.