Spurensuche in St. Peter

Wenn das Archiv der altehrwürdigen Erzabtei St. Peter seine Tore öffnet, dann kommen Besucher*innen schnell ins Staunen. Immerhin ist St. Peter das älteste Kloster im deutschsprachigen Raum. Seit mehr als 1.300 Jahren leben und wirken im Herzen der Salzburger Altstadt die Benediktinermönche.

Das große Mühlrad und die Bäckerei im Hof kennen die meisten Salzburger*innen. Bei den Tagen der Archive gibt’s die Gelegenheit das Stift St. Peter auch von innen zu besuchen und so tiefer in die Vergangenheit des Klosters einzutauchen. Durch die lange Geschichte haben sich im Stiftsarchiv wahre Schätze gesammelt. Aufzeichnungen der Äbte, des Konvents und der Wirtschaftsverwaltung, die bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen, werden dort verwahrt.

Nur ganz vorsichtig darf der Archivar mit weißen Baumwollhandschuhen ein Schriftstück berühren. Umblättern und darin schmökern? Leider nein. Zu alt und kostbar sind die brüchigen Seiten Papier oder Pergament. Für die Tage der Archive werden ausgewählte Highlights aus den Sammlungen geholt.

Wissensstadt Tage der Archive

Der Archivar von St. Peter, Gerald Hirtner, präsentiert die Highlights aus seiner Sammlung.

Zeitreise durch die Kirchengeschichte 

Die Stiftskirche prägt das Bild der Salzburger Altstadt. Ihr Aussehen im Rokoko-Stil erhielt die Kirche vor rund 260 Jahren, dennoch hat sie sich im Laufe der Generationen verändert. Momentan ist sie wegen Renovierung für Besucher*innen geschlossen. Im Rahmen der Tage der Archive bietet das Archiv Einblicke in die jüngste Baugeschichte der Kirche. Akten, Pläne und Fotografien im Stiftsarchiv zeigen interessante Details zu den Adaptierungen über die Jahrhunderte.

Handschriftliche Chroniken aus dem 16. Jahrhundert und eine Auswahl von Drucken geben uns einen Einblick in die Zeit der Erzbischöfe Leonhard von Keutschach (1442-1519) und Matthäus Lang (1469-1540).

Wer sich gerne ein Stück Geschichte mit nach Hause nehmen möchte, kann beim Büchermarkt der Stiftsbibliothek wahre Sammlerstücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert ergattern. Angeboten werden Bücher aus den Fachbereichen Theologie, Geschichte und Kunstgeschichte.

Archiv der Erzabtei St. Peter
Mag. Dr. Gerald Hirtner
St. Peter-Bezirk 1, 5020 Salzburg
www.erzabtei.at
Tel. 0662 8445 76 144

Eintauchen in die historische Vergangenheit? Von 11. bis 15. Juni 2019 finden die Tage der Archive statt.

Lange Geschichte kurz erzählt

Das Kloster St. Peter wurde im Jahr 696 vom Wormser Bischof Rupert als Missionskloster in den Südostalpen gegründet. Die Stiftskirche ist die älteste Kathedrale des (Erz-)Bistums Salzburg und stammt Großteils noch aus der Zeit des Heiligen Rupert (erste Jahrzehnte des 8. Jahrhunderts). Das Archiv der Erzabtei St. Peter dient der Verwaltung des Stifts und seiner Geschichte und ist Anlaufstelle für wissenschaftliche Forschungsprojekte aus alle Welt sowie für landes- und personengeschichtliche Fragen. Mehr als 1.000 Laufmeter Akten, Bücher, Fotos, Objekte, Pläne, Urkunden und vieles mehr lagern auf einer Depotfläche von rund 300 m². Über die Jahrhunderte ist im Stift St. Peter eine umfangreiche Büchersammlung entstanden. Die Stiftsbibliothek besteht aus 907 Handschriften bis 1600, 889 Inkunabeln, 136.000 Druckwerke des 16. bis 21. Jahrhunderts und 2.000 Zeitschriften und Schriftenreihen.