Wo Salzburgs Geschichte lebt

Was wäre eine Wissensstadt ohne Archive. Schließlich muss das gesamte Wissen ja auch wo gespeichert werden. Damit über die Jahrhunderte nichts verloren geht, lagert das Wissen der Stadt im Haus der Stadtgeschichte in der Glockengasse. Seit 2003 ist das moderne Gebäude Sitz von Stadtarchiv und Stadtstatistik.

Dokumente, Fotos, Urkunden und Tonaufnahmen reihen sich auf 14 Kilometer Regalböden aneinander. Die Bestände, die von der Gegenwart bis zurück ins 13. Jahrhundert reichen, werden in modernen Depots aufbewahrt. Damit der wertvolle Bestand auch noch für die Nachwelt erhalten bleibt, gibt’s sogar eine hauseigene Restaurierwerkstatt.

Die Arbeit im Archiv findet aber nicht hinter verschlossenen Türen statt. Immer wieder lädt das Team des Stadtarchivs ein und präsentiert die Stadtgeschichte bei Vorträgen, Ausstellungen, Workshops oder Buchpräsentationen. Bei den Tagen der Archive gab es die Möglichkeit dem Restaurator bei seiner Arbeit über die Schulter zu blicken und bei spannenden Vorträgen und Führungen Salzburg aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen.

Mit filigraner Handarbeit werden hier alte Werke wieder

Mit filigraner Handarbeit werden hier alte Werke wieder “aufgepäppelt” und für die Nachwelt bewahrt.

Die Nutzung des Archivs steht jedem offen. Ein paar Mal pro Jahr kommen sogar Wissenschaftler*innen aus dem Ausland, um im Haus der Stadtgeschichte zu recherchieren.

„Zu uns kommen Schüler*innen genauso wie Heimatforscher*innen und Fremdenführer*innen, oder auch Personen, die Einsicht in Bauakten nehmen. Besonders für Studierende der Uni Salzburg ist das Archiv eine Ergänzung zum Angebot der Universitätsbibliothek. Für viele ist der Besuch im Stadtarchiv auch Teil der Lehrveranstaltung“, erklärt Peter F. Kramml, Leiter des Stadtarchivs.

Wer tiefer in die Geschichte eintauchen will, der liest. Das Stadtarchiv gibt eine eigene „Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg“ heraus. Mehr als 40 Bände zu unterschiedlichen Themen sind bereits erschienen. Für Vintage-Fans gibt’s jedes Jahr einen Kalender mit alten Fotografien aus Salzburg.

Die Historiker*innen realisieren auch große Projekte, wie zum Beispiel „Die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus“ oder das Migrationsarchiv. Auch bei den Erläuterungstafeln von personenbezogenen Straßennamen stammen die Biografien der namensgebenden Personen aus dem Stadtarchiv.

Mehr über das Migrationsarchiv, lesen Sie hier.

Das Haus der Stadtgeschichte in der Glockengasse beherbergt das Stadtarchiv und die Statistik. (c) Wissensstadt

Den Wandel der Zeit dokumentiert auch die Stadtstatistik als Anlaufstelle für Zahlen, Daten, Fakten aus der Stadt Salzburg. In einer eigenen Schriftenreihe „Salzburg in Zahlen“ verpacken die Statistiker*innen Zahlen in anschauliche Formate und präsentieren so spannende Informationen. Interessant sind zum Beispiel Daten aus den Bereichen Tourismus, Kultur, Inflation, Bevölkerung, Arbeitsmarkt oder auch die Kraftfahrzeugsstatistik. Jährlich erscheint auch der Folder „Abgaben, Gebühren und Tarife“.

Das Haus am Fuße des Kapuzinerbergs hat sich über die Jahre zu einer wichtigen Kulturinstitution und stadtgeschichtlichen Forschungseinrichtung etabliert. Regelmäßige Kooperationen, wie zum Beispiel mit der Universität Salzburg, sind beispielgebend für die Wissensstadt.

Beeindruckende Zahlen aus dem Haus der Stadtgeschichte

  • 1.900 m² Speicher auf 4 Ebenen
  • 14 Kilometer Regalstellfläche
  • Archivalien aus 9 Jahrhunderten
  • 25.000 Bücher und Zeitschriften
  • 800.000 historische Bilddokumente
  • 15.000 Aktenneuzugänge pro Jahr
  • 450 statistische Erhebungen pro Monat
  • 300 statistische Auswertungen pro Jahr
  • 2.000 Lesesaalbenutzer*innen
  • 500 Anfragebeantwortungen pro Jahr
  • 1,5 Millionen Zugriffe auf die Internetseiten von Stadtarchiv und Statistik (inkl. NS-Projekt, Migrationsarchiv)
  • 50 Veranstaltungen und fünf bis zehn Publikationen pro Jahr