Eine Nacht. Große Wirkung: Schlafforscherin Eti Ben Simon als Scientist in Residence an der Universität Salzburg
Die renommierte Schlafforscherin Eti Ben Simon ist zurzeit im Rahmen des Scientists-in-Residence-Programms zu Gast in Salzburg. Hier arbeitet die stellvertretende Leiterin des Sleep Innovation Labs der University of Texas zusammen mit dem Team des Schlaflabors am Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften (CCNS) an der Universität Salzburg. In einem öffentlichen Vortrag im Haus der Natur am 21. September gibt die Expertin Einblicke in die faszinierende Welt des Schlafs – von seinen Auswirkungen auf unser Gehirn bis hin zu seinem Einfluss auf unser soziales Verhalten.
„Seit 20 Jahren stärkt das Scientists-in-Residence-Programm Salzburg als internationale Wissensstadt. Es bringt Spitzenforschung nach Salzburg, macht die Kompetenz unserer Wissenseinrichtungen sichtbar und schafft Verbindungen, aus denen langfristige Kooperationen entstehen können. Das Programm hat Strahlkraft weit über Salzburg hinaus. Ich wünsche Eti Ben Simon eine spannende und erfolgreiche Zeit in unserer Stadt“, unterstreicht Bürgermeister Bernhard Auinger.
Die Vizerektorin für Forschung, Jutta Horejs-Höck, bezeichnet das Scientist-in-Residence-Programm als „wertvollen Impulsgeber für die internationale Vernetzung der Universität Salzburg. Es bringt renommierte Spitzenforscher*innen mit unseren Wissenschafter*innen zusammen, schafft neue Perspektiven für die Zusammenarbeit und eröffnet Chancen für nachhaltige Forschungsprojekte. Gemeinsam mit der Stadt stärkt die Universität Salzburg damit die internationale Sichtbarkeit und Attraktivität des Forschungsstandorts Salzburg.“
Schlafmangel erhöht Anfälligkeit für Falschinformationen
Die Forscherin aus den USA sieht in dem vierwöchigen Aufenthalt vor allem die Chance, moderne Methoden mit Fachwissen aus den Bereichen Schlafforschung, Neurowissenschaften und Sozialpsychologie zu verbinden.
Gemeinsam mit dem Salzburger Team erforscht Eti Ben Simon, wie Schlafmangel die Anfälligkeit für Falschinformationen und Verschwörungstheorien erhöhen kann und damit einen bislang unterschätzen gesellschaftlich relevanten Risikofaktor darstellt. Besonders Jugendliche gelten als Risikogruppe: Mehr als 70 Prozent schlafen zu wenig und nutzen soziale Medien bis unmittelbar vor dem Einschlafen. Gleichzeitig verbreiten sich Falschinformationen nachts besonders stark. Somit könnte Schlafmangel die Aufnahme irreführender Inhalte zusätzlich begünstigen.
Vortrag: The Emotional Brain in a Sleepless World (Vortrag auf Englisch)
Schlafmangel verändert unser Befinden und unser Denken grundlegend – sowohl im Umgang mit uns selbst als auch mit anderen. Bereits eine einzige schlaflose Nacht kann bei gesunden Erwachsenen Angst, depressive Symptome und sozialen Rückzug fördern. Chronischer Schlafmangelerhöht das Risko psychischer Erkrankungen. Angesichts der Tatsache, dass 40 % der Erwachsenen in den USA unter chronischem Schlafmangel leiden, sind diese Befunde alarmierend. Umso wichtiger ist es, die Wechselwirkungen zwischen Schlaf und sozioemotionalem Wohlbefinden besser zu verstehen. Eti Ben Simon gibt spannende Einblicke in die aktuelle Schlafforschung und zeigt, wie Schlaf uns helfen kann, mental wieder ins Gleichgewicht zu finden.
Montag, 21.09.2026
17:45 Uhr – Führung durch das Haus der Natur (Themenschwerpunkt Gehirn & Schlaf)
18:30 Uhr – Vortrag „The Emotional Brain in a Sleepless World“ von Eti Ben Simon
Haus der Natur, Museumsplatz 5, 5020 Salzburg
Vortrag auf Englisch
Eintritt frei!
Anmeldung für die Führung: wissensstadt@stadt-salzburg.at
Der Vortrag kann ohne Anmeldung besucht werden.
Über Eti Ben Simon
Eti Ben Simon, PhD ist promovierte Neurowissenschafterin und stellvertretende Leiterin des Sleep Innovation Labs am Center for BrainHealth der University of Texas in Dallas. Sie ist Expertin für die sozialen und emotionalen Folgen von Schlafmangel sowie dessen Auswirkungen auf das menschliche Gehirn und den Körper. Im September 2026 ist Eti Ben Simon als Scientist in Residence zu Gast in der Wissensstadt Salzburg und forscht hier zusammen mit Kerstin Hödlmoser am Centre for Cognitive Neuroscience (CCNS), Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg.
More than a guest: Stadt feiert internationale Austauschprogramme
2026 feiert die Stadt Salzburg gleich zwei Jubiläen ihrer internationalen Residenzprogramme: Seit 40 Jahren lädt das Artists-in-Residence-Programm Kunstschaffende nach Salzburg, seit 20 Jahren besteht das Scientists-in-Residence-Programm. Begleitet werden die Jubiläen von einer Reihe von Veranstaltungen im Herbst unter dem Motto „More than a guest“.


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