Der arbeitskreis neu – Plattform für Kulturvermittlung Salzburg lud zum ersten Socialmedia Walk ins Salzburg Museum. Die Vermittlung von Kultur, Kunst und Wissen über soziale Medien erweitert den Museumsraum und lädt zur Interaktion. Wir haben uns das angesehen.

Man nehme ein paar medienaffine Personen mit internettauglichen Geräten und Kameras und schicke sie durch die Landesausstellung „Stille Nacht 200 – Geschichte. Botschaft. Gegenwart.“ im Salzburg Museum. Außerdem gebe man ihnen kostenloses Wlan sowie einen Hashtag. Hinzugefügt werden ein paar Infos einer fachkundigen Führung sowie eine Portion Entdeckergeist. Garniert wird das Ganze mit netten Menschen, die sich über bisherige Erfahrungen in den Bereichen Kulturvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit austauschen. So einfach ist das Rezept für einen gelungenen Socialmedia Walk.

Ins Leben gerufen wurde der Spaziergang durch die Landesausstellung vom arbeitskreis neu, der Plattform für Kulturvermittlung in Salzburg. Der Verein setzt sich intensiv mit Fragen rund um Vermittlung auseinander. Der arbeitskreis neu bildet eine Plattform für Kulturvermittlung in allen Bereichen der kulturellen Bildung (Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Film, Volkskultur, Architektur, Natur, Technik, usw.). Ziel ist es, interdisziplinäre Kooperationen und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern zu ermöglichen.

Ein Jahr ohne Sommer, die Geburt von Frankenstein und „Stille Nacht“

200 Jahre wird das berühmteste Weihnachtslied heuer. Obwohl die Uraufführung zu Weihnachten 1818 gefeiert wurde, stammt der Text bereits aus dem Jahr 1816. Das Gedicht schrieb Joseph Mohr. Die Vertonung übernahm Franz Xaver Gruber.

Schaut man sich heute die Zeit an, in der der Text von „Stille Nacht“ entstanden ist, so versteht man ein bisschen besser, welche Bedeutung das Lied hatte und immer noch hat. Das Jahr 1816, als Mohr als Hilfspriester in Mariapfarr in Lungau das Gedicht verfasste, ging als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichtsbücher ein. Ein Vulkanausbruch auf der kleinen indonesischen Insel Sumbawa hatte verheerende Folgen für das Weltklima. Die Aschewolke verdunkelte auch in Europa den Himmel. Hochwasser ließ die Ernte auf den Feldern verderben, Tiere verendeten, große Armut und Hungersnöte führten zu vielen Auswanderungen und unzählige Menschen starben. Eine ständige Angst vor Krieg, Plünderungen und Lebensmittelknappheit begleitete die Menschen. 1816 ist auch das Jahr, in dem Salzburg ein Teil Österreichs wurde.

Die Sehnsucht nach Stille, Frieden und Harmonie war groß. Übrigens, auch der Roman Frankenstein stammt aus dieser Zeit. Wegen des schlechten Wetters waren fünf Freunde aus England dazu gezwungen, sich die Zeit drinnen zu vertreiben und starteten einen Erzählwettbewerb. Gewonnen hat Mary Shelley, die ihre Erzählung verschriftlichte und damit ein Monster schuf, das heute noch jede/r kennt.

Ausstellung ohne Weihnachtsglitzer

Das Salzburg Museum feiert den Geburtstag von „Stille Nacht“ mit einer Sonderausstellung, ganz ohne Pomp, Kitsch und Lametta. Die sechs Strophen des Lieds führen die Besucher*innen durch die letzten 200 Jahre. Historische Tonaufnahmen, Installationen, Objekte, Dokumente und zwei original Autographen von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr geben einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des weltbekannten Weihnachtslieds und erzählen von der vergangenen Zeit.

Neben der klassischen Führung im Museum gibt der Socialmedia Walk die Gelegenheit die Ausstellung auf eigene Faust zu erkunden und lässt ordentlich Zeit zum Fotografieren, Filmen oder für Postings.

Wir bedanken uns beim arbeitskreis neu für die Einladung!

Wissensstadt Salzburg Museum

In 21 Tagen erklingt das berühmteste Weihnachtslied wieder auf der ganzen Welt.

Wissensstadt Salzburg Museum

Das Lied “Stille Nacht” wurde in 300 Sprachen übersetzt. Hier die österreichische Gebärdensprache.

Wissensstadt Salzburg Museum

Exponate aus den vergangenen 200 Jahren erzählen die Geschichte von “Stille Nacht”.

Wissensstadt Salzburg Museum

Weißt du noch, früher…? Im Raum für Kulturvermittlung erfährt man, wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird. Außerdem bleibt Zeit, darüber nachzudenken, was Weihnachten für sich selbst bedeutet.