u3Green – junge Forscher:innen im urbanen Grün
Das Forschungsprojekt u3Green der Universität Salzburg beschäftigte sich drei Jahre lang mit der Frage, welche Anforderungen Jugendliche an Grünräume in der Stadt haben und welche Bedeutung dies für die Stadtplanung hat. Als Sparkling-Science-Projekt waren Schüler:innen eng eingebunden, ein kleines Team von Jugendlichen begleitete das Projekt sogar über einen Zeitraum von drei Jahren. Am 30. Juni 2025 fand in einem Hörsaal der Uni zum Abschluss ein Aktionstag statt, bei dem nicht nur fünf Schulklassen, sondern auch Vertreter:innen aus Poltik, Stadtplanung, Verwaltung und Wissenschaft zu Gast waren.
Freund:innen treffen, entspannen, spielen, Ruhe tanken oder Sport machen – Grünflächen sind wesentlich für eine hohe Lebensqualität in Städten und müssen unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Doch welche Wünsche haben Kinder und Jugendliche an Gärten und Parks? Worauf legen sie besonders Wert? Mit diesen Fragen setzte sich ein Team aus Forscher:innen zusammen mit Schüler:innen im Rahmen von u3Green drei Jahre lang auseinander.
Citizen Science als fruchtbare Kooperation
Gemeinsam mit den Forscher:innen des Fachbereichs Geoinformatik an der Universität Salzburg erstellten die jungen Citizen Scientists einen Fragebogen, den sie an verschiedene Schulen verschickten. Rund 1.000 Antworten kamen zurück und damit viele wertvolle Daten zur Nutzung von urbanem Grün. Im Anschluss analysierte das Team die Ergebnisse und stellte sie im Juni 2025 einer breiten Öffentlichkeit vor. Denn: Durch die Ergebnisse sollen vor allem auch Entscheidungsträger:innen ein Verständnis von Salzburgs Grünflächen aus der Sicht von Personen der Altersgruppe 10 bis 20 Jahre bekommen. Was hier so einfach klingt, stellte sich – vor allem für die Schüler:innen – als langwieriger Prozess heraus. Ganze elf Varianten des Fragebogens gab es, bis die Letztversion von beiden Seiten – Wissenschafter:innen wie auch Jugendlichen – für gut befunden wurde. So lernten die jungen Forscher:innen aber auch wissenschaftliches Arbeiten, die Analyse und Aufbereitung von großen Datenmengen und viele weitere Skills, von denen sie noch lange profitieren werden.
Ergebnispräsentation bei Stadtfest und Aktionstag
Einen großen Auftritt hatte das Team beim Salzburger Stadtfest am 28. Juni 2025, welches auf verkehrsberuhigten Straßen ein Wochenende lang unter dem Motto „Wir bauen Brücken“ für ein buntes Miteinander sorgte. Auf der Bühne präsentierten sie Forschungsprozess, Kernbotschaften und Ergebnisse, aber auch witzige Anekdoten über die Zusammenarbeit zwischen Jugend und Wissenschaft.
Das Ziel, einen direkten Dialog zwischen Jugendlichen und Stakeholder:innen aus den Bereichen Jugendarbeit, Kultur, Stadtplanung und Verwaltung zu ermöglichen, erfüllte sich am Aktionstag am 30. Juni 2025 an der Uni Salzburg. Rund 150 Schüler:innen sind gekommen, um mehr über u3Green zu erfahren. Im Anschluss nahmen Stadträtin Andrea Brandner, Lukas Bernitz (Gemeinderat Grüne/Bürgerliste), Christopher Etter (Soziologe an der Uni Salzburg), Michael Heinl (stv. Leiter der Stadtgärten), Roberta Jelinek (Gemeinderätin KPÖplus) und Inge Strassl (Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen) an einer Podiumsdiskussion teil und stellten sich den Fragen des jungen Publikums.
Wer gießt eigentlich die Pflanzen in den Parks? Sind unsere Grünflächen gerüstet für den Klimawandel? Warum gibt es in der Innenstadt nicht mehr Bäume? Aus den Fragen der 14- bis 17-jährigen Gästen entstand eine interessante Diskussion über die Herausforderung, Gärten und Freiräume für alle Menschen zu gestalten.
Wichtige Erkenntnisse aus u3Green
- Spazierengehen ist eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen
- hohe Ansprüche an die Ästhetik und Sauberkeit von Gärten
- Sicherheit hat hohen Stellenwert
- Grünflächen sollten ruhig, dennoch zentral sein
- idealerweise gibt es Schatten, Sitzmöglichkeiten, Raum zum Erholen, offene Wiesenflächen, Sportangebote
- besonders erwünscht: gastronomische Versorgung (z.B. durch Automaten), Ausleihen von Sportausrüstung (z.B. Tischtennisschläger, Bälle), Fahrradabstellplätze
- besonders beliebt: Tischtennis, Volleyball, Fußball
u3Green hat gezeigt, dass Jugendliche großes Interesse an der Planung und Gestaltung „ihrer“ Städte haben. Ihre Perspektiven und Bedürfnisse sollten auch in künftigen Entwicklungsprozessen besser berücksichtigt werden, schließlich sind kinder- und jugendfreundliche Städte auch immer besonders lebenswert.
Das Forschungsförderungsprogramm Sparkling Science fördert Citizen-Science-Projekte und damit die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Schulen mit Partner:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Die neuen Forschungsergebnisse wären ohne die Beteiligung, das Wissen und die Fähigkeiten der Schüler:innen, die drei Jahre lang intensiv das Projekt begleitet haben, nicht möglich gewesen. Das Einbeziehen von Citizen Scientists und die Kommunikation der Ergebnisse an ein breites Publikum stärken den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft und steigern das Vertrauen in die Wissenschaft.
Die Wissensstadt Salzburg durfte u3Green drei Jahre lang als Projektpartnerin begleiten. Wir bedanken uns für die hervorragende Zusammenarbeit und das Engagement bei Sabine Hennig, Robert Vogler und Tim Schötz sowie den Schüler:innen Lily, Sophia, Marlene und Bertram für ihre ausgezeichnete Arbeit!




Günther Richard Wett
Wissensstadt
Bernadette Edtmaier
Wissensstadt Salzburg
Wissensstadt Salzburg
Alex Killer
Stadt Salzburg/Alex Killer