Projektstart u³Green – urbanes Grün für junge Menschen

Ein neues „Sparkling Science“-Projekt der Universität Salzburg erforscht, wie kinder- und jugendfreundlich Grünflächen in der Stadt Salzburg sind. Welche Ansprüche stellen junge Menschen an urbanes Grün – und decken sich diese mit den Vorstellungen der Erwachsenen? Um diese Fragen zu beantworten werden Kinder und Jugendliche als Expert:innen ins Forschungsteam von u³Green geholt. Die Wissensstadt Salzburg begleitet das Projekt als Kooperationspartnerin.

An der Salzach die Sonne genießen, Schaukeln am Spielplatz, die Blumen im Mirabellgarten bestaunen, spazieren auf den Stadtbergen, Fußballspielen, Surfen am Almkanal oder einfach in den vielen Parks an einem Sommertag Abkühlung finden – Grünflächen im Stadtraum erfüllen viele Funktionen und erhöhen die Lebensqualität der Salzburger:innen. Doch für wen werden diese Flächen und Räume im Grünen geplant und wer fühlt sich dort wohl? Wie die Beispiele oben zeigen, haben verschiedene gesellschaftliche Gruppen auch andere Bedürfnisse. In der Planung kommen jene von Kindern und Jugendlichen häufig zu kurz.

Das Projekt „u³Green – Förderung kinder- und jugendfreundlicher urbaner Landschaften durch partizipative Untersuchung urbanen Grüns“ des Fachbereichs Geoinformatik – Z_GIS der Universität Salzburg rückt die Jugend und ihre Ansprüche in den Fokus der Forschung. Gemeinsam mit Partnerschulen wird untersucht, welche Wünsche Kinder und Jugendliche an die Gestaltung und Nutzung von Grünflächen haben.

Voten für den Lieblingsplatz

Im Rahmen des Projekts erarbeiten die Schüler:innen eine App, in die sie ihre Lieblingsorte eintragen, die wiederum von anderen bewertet und geteilt werden können. Die Ergebnisse sollen über interaktive Online-Karten veröffentlicht werden. Mit dem Projekt wollen die Forscher:innen erreichen, dass die Bedürfnisse junger Menschen besser berücksichtigt werden und das gesellschaftliche Bewusstsein für die Ansprüche von Kinder und Jugendlichen erhöhen. Schüler:innen sind einerseits Expert:innen für ihre Alltagskultur, andererseits lernen sie durch die Beteiligung am Projekt wertvolles Fachwissen und Kompetenzen im MINT-Bereich. Die Wissensstadt Salzburg unterstützt das Projekt, das bis 2025 laufen wird, in der Bewerbung und Öffentlichkeitsarbeit.

Was ist Sparkling Science?

Mit dem Programm „Sparkling Science 2.0“ fördert das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung Citizen-Science-Projekte. Das meint, dass Forscher:innen Kinder und Jugendliche, aber auch Bürger:innen aktiv in den Forschungsprozess mit einbezieht. Die Idee ist, dass alle Menschen durch ihr Engagement, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten Kompetenzen erworben haben, von denen auch die Wissenschaft profitiert. Durch diese Mitarbeit wird der Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft vertieft, Alltagswissen anerkannt, lebenslanges Lernen gefordert und vermeintlich verkrustete Strukturen zwischen diesen Bereichen geöffnet.

 

Projektbeschreibung

Sparkling Science 2.0 Projekt: u3Green – Förderung kinder- und jugendfreundlicher urbaner Landschaften durch partizipative Untersuchung urbanen Grüns

Die Entwicklung von kinder- und jugendfreundlichen Städten wird durch die sich verschlechternde Lebensqualität im urbanen Raum immer wichtiger. Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet die Bereitstellung von urbanem Grün, welches auch für die Lebenswelt junger Menschen geeignet ist und eben deren Mitwirken an der zukünftigen Gestaltung urbaner Landschaften. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kinder und Jugendliche an urbanes Grün Ansprüche stellen, die oft nicht ausreichend bekannt sind und sich von dem unterscheiden, was Erwachsene benötigen und was Erwachsene als wichtig für Kinder und Jugendliche erachten. Infolge spielt die Partizipation von Kindern und Jugendlichen bei der Erfassung, Bewertung und Kommunikation dessen, was für sie im Hinblick auf urbanes Grün wesentlich ist, eine wichtige Rolle. Die Teilhabe junger Menschen an partizipativen Initiativen ist aber schwierig, bleibt oft hinter den Erwartungen zurück und steht im Zusammenhang mit diversen, offenen Fragen, wie z.B. was geeignete Werkzeuge und Strategien sind, um Kinder und Jugendliche für Partizipation zu begeistern.

Hinsichtlich dieser Herausforderungen verfolgt u3Green drei Ziele: (1) grundlegende Erkenntnisse sollen gewonnen werden, welche Bedeutung urbanes Grün für Kinder und Jugendliche hat und wie urbanes Grün von diesen konkret genutzt wird; (2) eine web-basierte, kinder- und jugendzentrierten Applikation soll erstellt werden, um Informationen zu urbanen Grün zu erfassen, zu bewerten und zu teilen; (3) die Ergebnisse zur Bedeutung urbanen Grüns für Kinder und Jugendliche sollen über geeignete Geovisualisierungs-Produkte wie z.B. interaktive Online Karten und Story Maps kommuniziert werden.

Im Rahmen verschiedener Beteiligungsformate und unter Einsatz verschiedener Methoden und IT- bzw. Geoinformatik-Werkzeugen wirken junge Menschen mit, die u3Green Projektziele zu erreichen. Dies bezieht sich zum einen auf die Teilnahme von Schülerinnen und Schüler der Partnerschulen an Workshops und Spotlight Veranstaltungen, um Fragen im Zusammenhang mit den oben genannten Herausforderungen zu diskutieren und erste Lösungen zu erarbeiten. Zum anderen wirken die jungen Citizen Scientists im Rahmen von Praktika und mehrtägigen Workcamps an der konkreten Beantwortung der Fragen mit.

Das Projekt soll zu einer besseren Berücksichtigung urbanen Grüns für junge Menschen in Planungsprozessen und einer diesbezüglichen gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung führen. Speziell durch die Beteiligungsformate unterstützt u3Green die Ausbildung von Fachwissen und Kompetenzen im MINT-Bereich (d.h. Unterrichts-/ Studienfächern bzgl. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und weiteren Softskills (u.a. Science Literacy).

Projektleitende Einrichtung

Fachbereich Geoinformatik – Z_GIS, Universität Salzburg, Schillerstraße 30, 5020 Salzburg, Austria, Email: sabine.hennig@plus.ac.at

u3Green ist vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung im Programm Sparkling Science 2.0 gefördert. 

Die Projektpartner:innen von u³Green.