Das Science Fiction-Festival stellt die Frage “Are you real?”. Wir fragen bei Festivalkoordinatorin Katharina Kiening von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen nach, wo man in den kommenden zwei Wochen die Zukunft erleben kann.

Wissensstadt: Welchen Veranstaltungstipp hast du für alle, die in die Zukunft eintauchen möchten?

Katharina Kiening: Im Literaturhaus Salzburg wird der Autor Michal Hvorecký aus seinem Roman „Troll“ vorlesen. Er erzählt darin von einer zukünftigen Welt, in der Wahrheit und Lüge gleich viel wert sind. Eine einnehmende Geschichte, ein spannend-erschreckendes Gedankenspiel und gleichzeitig Anlass, um über unsere Gegenwart nachzudenken. Gemeinsam mit der Journalistin Ingrid Brodnig wird Hvorecký dann auch über gezielte Täuschung in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft sprechen.

Zukunftsvisionen dienen immer schon als Inspirationsquelle für Literatur und Film. Wo lässt es sich überprüfen, ob frühere Visionen heute schon eingetreten sind?

Zum Beispiel im Dokumentarfilm „Robolove“, der im Rahmen des Festivals seine Österreichpremiere feiern wird. Die Regisseurin Maria Arlamovsky zeigt Menschen, die an der Entwicklung von humanoiden Robotern arbeiten. Es wird deutlich, auf welchem technischen Stand sich die Forschungen aktuell befinden. Aber auch, dass mit dieser visionären Arbeit verschiedene Zukunftsvorstellungen aufeinanderprallen.

Das diesjährige Motto lautet: „Are you real?“ Müssen wir lernen unsere Wirklichkeit zu hinterfragen?

Wir sollten regelmäßig hinterfragen, was wir als echt oder wirklich wahrnehmen, einfach damit wir uns persönlich und gesamtgesellschaftlich weiterentwickeln können. In dem Sinn werden etwa der Kulturhistoriker Arno Görgen und die Medienkünstlerin Sonja Prlić über ungewöhnliche Computerspiel-Realitäten sprechen. Und die Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout wird uns in der Robert-Jungk-bibliothek zeigen, wie Erzählungen einer scheinbaren Wirklichkeit für politische Zwecke verwendet werden.

Virtual Reality und Künstliche Intelligenz ist in unserem Alltag schwer greifbar. Wo und wie können wir das am besten erfahren?

Ich bin schon sehr gespannt auf die Veranstaltungen im Haus der Natur und in der Arbeiterkammer Salzburg: KI-unterstützte Bildmanipulationen wird da unter anderem erklärt, und die Künstlerin Erika Mondria zeigt, wie Gehirn-Computer-Interaktionen funktionieren.

 

Science meets Fiction

Science meets Fiction: viele Kultur- und Wissenseinrichtungen gewähren einen Blick in die Zukunft.

Das gesamte Programm und detaillierten Einblick in die Veranstaltungen gibt’s hier.

Das Festival findet in diesem Jahr unter den gängigen Regeln zur Eindämmung des Corona-Virus statt. Jede Einrichtung verfügt über ein eigenes Sicherheitskonzept. Für Sie als Besucher*innen heißt das: fixe Bestuhlung auf Abstand, reduzierte Teilnehmer*innenzahl, Tragen von Mund-Nasen-Schutz beim Kommen und Gehen und die obligatorischen Handhygienemaßnahmen.