SCIENCE MEETS FICTION ist der Treffpunkt für Science-Fiction Fans und Interessierte in Salzburg. Vom 24. September bis 6. Oktober setzt die Veranstaltungsreihe Zukunftsentwürfe der verschiedensten Art und wissenschaftliche Erkenntnisse in Beziehung zueinander. „Wir stellen in diesem Jahr das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine in den Mittelpunkt. ‚Be human, stay human!‘ lautet das Motto der Veranstaltungsreihe.“, erklärt FH-Prof. Dr. Elmar Schüll von der FH Salzburg. Wie aber gestaltet sich das Wechselspiel zwischen technologischen Entwicklungen, gesellschaftlichem Wandel und künstlerischen Beiträgen? In welchen Bereichen übertrifft die Gegenwart bei genauem Hinsehen die Zukunftsvisionen der Vergangenheit und was wird auf absehbare Zeit „Zukunftsmusik“ bleiben? Um diesen Fragen nachzugehen, gibt es Kinofilme, gesellschaftskritische und technologiebezogene Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und einen Computerspiele-Workshop.

Acht Veranstaltungen in zwei Wochen

Für die Eröffnung am 24. September (19.00 Uhr) im Literaturhaus gelang es den Physiker, Philosophen und Science-Fiction-Autor Karlheinz Steinmüller zu gewinnen. Er wird über „Zukunftsentwürfe zwischen Wissenschaft und Fiktion“ sprechen. Im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO gibt es die Filme „Blade Runner 2049“, „Her“, „Ghost in the Shell“ und „Ex Machina“ zu sehen. Zu jedem Film ist eine kurze wissenschaftliche Einführung vorgesehen. In der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen wird zu Beginn der zweiten Woche Sascha Mamczak, der das Science-Fiction-Programm des Heyne-Verlags betreut, einen Vortrag mit anschließender Diskussion halten. Das Künstlerkollektiv gold extra sorgt für eine Game-Session, bei der man Computerspiele und VR-Games zum Thema Cyborgs selbst ausprobieren kann. Abgeschlossen wird das Festival mit einem Kabarett der „Science Fiction Busters“ in der ARGEkultur. Das Programm wird eine Uraufführung sein. Alle Programmdetails und weitere Informationen gibt’s im Folder oder unter: www.sciencemeetsfiction.org

Wo übertrifft die Gegenwart die Visionen der Vergangenheit?

Wissenschaftliche Erkenntnisse und fiktionale Zukunftsentwürfe haben sich im Lauf der Geschichte auf vielfältige Weise gegenseitig befruchtet. Jules Verne ist das Paradebeispiel eines Romanciers, der eine technologische Entwicklung seiner Zeit (U-Boot) aufgriff, sie als Teil einer fiktionalen Erzählung fortschrieb (20.000 Meilen unter dem Meer) und dadurch die tatsächliche Technologieentwicklung in der Folge maßgeblich beeinflusste. Aktuell erzeugen Begriffe wie „Künstliche Intelligenz“ oder „Industrie 4.0“ wiederum Zukunftserwartungen, die fast märchenhaften Charakter haben. Wie also gestaltet sich das Wechselspiel zwischen technologischen Entwicklungen, gesellschaftlichem Wandel und Beiträgen der Science-Fiction? In welchen Bereichen übertrifft die Gegenwart bei genauem Hinsehen die Zukunftsvisionen der Vergangenheit und was wird auf absehbare Zeit „Zukunftsmusik“ bleiben? Im Rahmen von SCIENCE MEETS FICTION gehen wir diesen und anderen Fragen auf unterhaltsame Weise nach.

Die Grundidee des Festivals kann recht einfach mit einem Zitat veranschaulicht werden, das dem Schriftsteller Alfred Andersch zugeschrieben wird: „Die Zukunft wird der Gegenwart sehr viel ähnlicher sein, als wir heute denken; aber die Gegenwart ist schon sehr viel anders, als wir sie heute wahrnehmen.“ In der Tat hält die Zukunft schleichend Einzug. „Viele technische und soziale Innovationen, die noch vor wenigen Jahren als Science-Fiction abgetan worden wären, sind mittlerweile auf recht unspektakuläre Weise Realität geworden – weil sich die in sie gesetzten Befürchtungen oder Hoffnungen nicht erfüllt haben“, erklärt Elmar Schüll (FH Salzburg), der das Festival gemeinsam mit Stefan Wally (Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen) konzipiert hat. In diesem Sinne soll das Festival dazu einladen, unsere heutigen Zukunftserwartungen zu hinterfragen – nicht zuletzt, weil sie im Hier und Jetzt folgenreiche Entscheidungen legitimieren.

Multidisziplinäres Festival

Science meets Fiction findet 2018 im Auftrag der Wissensstadt Salzburg statt und wird durch die Unterstützung der Arbeiterkammer Salzburg sowie das Engagement namhafter Kulturinstitutionen getragen. Beteiligt sind die Forschungsgruppe Innovation und Gesellschaft der FH Salzburg, gold extra, die ARGEkultur, das Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO, die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, das Literaturhaus Salzburg und die Rupertus Buchhandlung.

Salzburg als lebendige und moderne Wissens- und Kulturstadt im Herzen Europas fördert innovative Projekte und Ideen, um das Leben in dieser Stadt für alle angenehmer und attraktiver zu machen. Dafür vernetzt sich die Stadtverwaltung mit der modernen Wissenschaft und den rund 500 Wissens- und Kultureinrichtungen in der Stadt.