Beiträge

Spitzenforschung aus der Nachbarschaft zum Anfassen – das verspricht auch die kommende Campustour, die am 6. Dezember 2019 in das iDEAS:lab des Fachbereichs Geoinformatik führt. Weiterlesen

Unter dem Motto „Forschung von nebenan“ führt die nächste Campustour am Freitag, 22. November in das 2017 eröffnete Laborgebäude in der Science City Itzling. In dem Bau für Forschung und Lehre befindet sich der Fachbereich Chemie und Physik der Materialien der Uni Salzburg. Weiterlesen

Ready for take-off heißt es bei der nächsten Campustour durch die Science City Itzling. Am 18. Oktober gibt die Forschungsgruppe Aerospace Research am Fachbereich Computerwissenschaften Einblick in ihre Arbeit und zeigt ihre Flugsimulatoren. Alle Interessierten dürfen sich ins Cockpit einer Kleinmaschine wagen und Kurs auf den Flughafen Innsbruck nehmen.

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Für viele junge Menschen eröffnet sich in diesen Tagen ein neuer Lebensabschnitt: Sie beginnen ein Studium an einer Salzburger Hochschule. Die meisten von ihnen – etwa 2.500 – haben sich für ein Studium an der Paris Lodron Universität entschieden.

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Kreative, junge Gründer*innen, Technik-Affine, Studierende, Forscher*innen und Lehrende gehen täglich in der Science City Itzling ein und aus. Doch die Itzlinger*innen wissen nur wenig über den Hotspot für Ausbildung, Forschung und Entwicklung in ihrer Nachbarschaft. Ein neues Format soll diesem Umstand nun Abhilfe schaffen. Weiterlesen

Auf eine Reise in die Forschungswelt luden gestern Mittwoch, 15. Mai 2019, sieben Einrichtungen am Standort Science City Itzling. 240 Schüler*innen zwischen 12 und 16 Jahren aus städtischen Schulen sind gekommen, um bei zwei Workshops tiefer in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einzutauchen.  Weiterlesen

„Hast du die Leidenschaft?“ Diese Frage stellt Yener Bayramoglu allen, die eine wissenschaftliche Karriere einschlagen wollen. Es braucht Geduld, Durchhaltevermögen und eine große Passion, denn eine wissenschaftliche Laufbahn kann ein langwieriger Weg sein. Dennoch kann sich Bayramoglu keinen anderen vorstellen. Der junge Kommunikationswissenschaftler aus Berlin mit türkischen Wurzeln ist der aktuelle Scientist in Residence in der Wissensstadt Salzburg.

Dass Yener Bayramoglu in die Forschung gegangen ist, ist für ihn ganz selbstverständlich. „Ich weiß nicht, was ich sonst gemacht hätte“, gesteht der Kommunikationswissenschaftler, „Ich genieße es zu lesen, zu recherchieren und zu forschen, ich liebe es mich intensiv mit einer Fragestellung auseinanderzusetzen. Wenn ich an einem Thema arbeite, dann fühlt es sich für mich auch nicht wie Arbeit an.“

Vor neun Jahren ist Yener Bayramoglu nach seinem Bachelor- und Masterstudium in Istanbul nach Berlin gekommen. Deutsch hat er bereits in der Schule gelernt. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt er sich intensiv mit Gender Studies, im Besonderen mit Queer Studies. Dabei wird untersucht wie Identitäten durch soziale und kulturelle Prozesse konstruiert werden und welche Effekte dadurch ausgelöst werden. „Wissenschaft ist immer auch politisch“, sagt der Forscher, der sich auch mit queerem Aktionismus auseinandersetzt und hinterfragt, wie dieser in autoritären Zeiten existieren kann.

Queere Migration als persönliches Forschungsinteresse

Inspiriert von seinem eigenen Umfeld widmet Bayramoglu sich in seiner Forschung auch queeren Migrant*innen. Denn: „LSBTIQ+[1] kennen nicht nur Homophobie, sie werden auch mit Rassismus konfrontiert. Dieser Aspekt wird in der Forschung bisher noch sehr wenig beachtet“. Generell findet er, dass Queer-Forschung in vielen Disziplinen zu wenig Beachtung findet.

Durch die Tatsache, dass Bayramoglu Türke ist, erhält seine Arbeit zusätzliche Brisanz. In seinem Heimatland wäre eine Forschung, wie er sie aktuell in Deutschland macht, nicht möglich. „Das Thema würde nicht ernst genommen werden und es würde daher auch keine Finanzierung zustande kommen“, erzählt er.

Queere (Un-)Sichtbarkeiten

Für seine Dissertation hat er die Repräsentationen von queeren Personen in türkischen und deutschen Boulevardmedien verglichen. Dabei hat er festgestellt, dass es keine großen Unterschiede zwischen den beiden Ländern gibt. „Der Boulevard hat seit jeher ein großes Interesse an allem Normabweichenden, durch die Präsentation von queeren Personen in den Medien entsteht aber auch wieder eine gewisse Normalisierung“, berichtet Bayramoglu von seinen Ergebnissen, die auch als Buch erschienen sind.

Im Februar hat ihn seine Forschungsreise nach Salzburg geführt, wo er sich mit den Gender-Expert*innen am gendup der Uni Salzburg austauscht. Yener Bayramoglu verbringt viel Zeit in der Bibliothek im Unipark, wo er an seinem nächsten Vortrag arbeitet, den er demnächst in New York halten wird. Auch wegen besonderer Gelegenheiten wie dieser, liebt er seine Arbeit.

 

[1] Unter der Abkürzung LSBTIQ+ werden lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, intersexuelle und queere Menschen zusammengefasst. Der Stern * am Ende soll darauf hinweisen, dass manche Menschen ihre Geschlechtsidentität nicht ausschließlich auf einen Begriff festlegen.

 

 

Drei Fragen an Yener Bayramoglu

An der Alice Salomon Hochschule arbeiten Sie am Projekt CILIA-LGBTIQ+. Was wird dabei untersucht?

In vier Regionen Europas – Schottland, England, Deutschland und Portugal – werden Ungleichheitserfahrungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und Queer untersucht. Ziel ist es, zu erforschen, wie Lebensverläufe von LSBTIQ+ durch Diskriminierung beeinflusst werden. Es werden je zwanzig Interviews mit Jugendlichen, Menschen im Erwachsenenalter und älteren Personen geführt. Die Ergebnisse werden zeigen, welche Auswirkungen Diskriminierung auf die unterschiedlichen Lebensphasen hat. Außerdem wird man sehen, wie Diskriminierung Biographien und Entscheidungen einer Person beeinflusst und welche Rolle der Zeitpunkt im Leben spielt. Besonders spannend ist das im Regionenvergleich.

Wie haben Sie vom Gender Studies-Stipendium in Salzburg erfahren?

Ich wurde eingeladen, mich auf das Stipendium zu bewerben und habe sofort die Chance ergriffen. Ich finde es super, mich hier zu vernetzen und mit anderen Kolleg*innen auszutauschen. Die Residency könnte auch länger dauern, ich fühle mich sehr wohl hier.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem gendup an der Uni Salzburg?

Ich durfte bereits am 5. März einen Vortrag im Rahmen des Gender Forschungstags halten. Das gendup hilft mir, in Salzburg neue Kontakte zu knüpfen. Ich habe bereits viele Kolleg*innen vom Fachbereich Kommunikationswissenschaft kennengelernt, woraus sich wieder neue Kooperationen ergeben. Im November werde ich wieder nach Salzburg kommen, ich bin zu einem Vortrag eingeladen.

 

Wissensstadt Salzburg SIR

Yener Bayramoglu (c) Wissensstadt Salzburg/Kraxberger

Zur Person

Yener Bayramoglu wurde 1984 in Istanbul geboren, wo er Medien- und Kommunikationswissenschaft studierte. Er promovierte an der Freien Universität Berlin, heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Alice Salomon Hochschule. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen queere Medienforschung, Cultural Studies, Migration, Temporalitäten und die Geschichte der Sexualität in der Türkei und Deutschland. Bayramoglu ist Autor des Buchs „Queere (Un-)Sichtbarkeiten“. Demnächst fliegt er nach New York, wo er bei der Konferenz „Sexuality and Borders“ einen Vortrag über die türkische Gesundheitspolitik während der Aidskrise der 1980er Jahre hält.

 

 

 

 

Science City heißt der Wissens- und Innovationscluster an der Schillerstraße im Stadtteil Itzling. Neben den vielen Bildungs- und Forschungseinrichtungen im Techno-Z sind auch Fachbereiche der Universität Salzburg dort angesiedelt.

Die Universität Salzburg hat einen neuen Professor: Christian Borgelt arbeitet seit dem Wintersemester 2018/19 als Professor für Data Science.

„Es gibt viele Einflussfaktoren für einen Wirtschaftsstandort. Das Angebot von Bildung und Forschung ist dabei ein ganz zentrales Kriterium. In Salzburg sind wir in der glücklichen Lage auch in diesem Bereich beste Qualität verbunden mit einem sehr breiten Angebotsspektrum bieten zu können. Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein, sind wir massiv dabei unsere Bildungseinrichtungen zu stärken und Anreize für zukunftsträchtige Ausbildungen zu setzen. Daher freut es mich sehr, mit Professor Christian Borgelt einen sehr renommierten Data Science Experten in Salzburg willkommen heißen zu können“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

„Wir wünschen Christian Borgelt alles Gute für seine Arbeit. In der Wissensstadt Salzburg erwarten ihn an der Universität hervorragende Bedingungen und ein inspirierendes Umfeld. Nicht zuletzt überzeugt Salzburg auch als eine Stadt mit hoher Lebensqualität, in der sich Prof. Borgelt bestimmt wohlfühlen wird“, heißen Bürgermeister Harald Preuner und Vizebürgermeister Bernhard Auinger den neuen Salzburger herzlich willkommen.

„Daten sind der Rohstoff der Zukunft und der Studiengang Data Science erforscht sehr erfolgreich die intelligente Nutzung von großen, heterogenen Datenmengen. Mit Christian Borgelt übernimmt ein anerkannter Wissenschafter diese Professur, der bereits vor über 20 Jahren in dieses Thema eingestiegen ist und es seither prägt. Der Studiengang Data Science ist weit über die Grenzen Salzburgs bekannt, zieht hochqualifizierte Studentinnen und Studenten an und ist damit für den Forschungsstandort Salzburg enorm wichtig“, so Landesrätin Andrea Klambauer.

Auch Christine Tyma, Projektleiterin der Wissensstadt, ist froh, mit Christian Borgelt einen versierten Data Scientist begrüßen zu dürfen. „Professor Borgelt zeichnet sich nicht nur durch eine beeindruckende wissenschaftliche Laufbahn aus, sondern verfügt auch über wertvolle Erfahrungen in der Wirtschaft. Ich bin mir sicher, dass er Forschung und Lehre in der Wissensstadt Salzburg bereichert.“

Die Stiftungsprofessur ist auf fünf Jahre begrenzt und wird von Stadt und Land mit je € 250.000,-, von der Industriellenvereinigung Salzburg mit € 15.000,- unterstützt. Anschließend soll die Professur selbst genügend Drittmittel eingeworben haben, um sich weiter zu finanzieren.

Wissensstadt Data Science

Christian Borgelt

Christian Borgelt und seine Faszination für Big Data

Wir alle produzieren im Alltag eine Vielzahl von Daten, so zum Beispiel beim Einkauf im Supermarkt. Aus diesen Datenmengen ziehen Data Scientists relevante Informationen. „Daten allein sagen noch nichts. Erst dadurch, dass man in diesen Daten Strukturen findet, kann man zu Einsichten gelangen, die auch nützlich sind, sei es in der Forschung oder in der Wirtschaft“, erklärt Christian Borgelt.

Daten, Methoden und Algorithmen üben schon immer eine große Faszination auf den 51-Jährigen aus. „Ausgehend von scheinbar strukturlosen und manchmal geradezu chaotischen Daten lassen sich mit den richtigen Methoden höchst interessante Zusammenhänge und unvermutete Regelmäßigkeiten entdecken“, so der in Bünde, in Westfalen, geborene Forscher.

Seit zwei Jahren gibt es den Studiengang Data Science an der Uni Salzburg. Diesen mit aufzubauen stellt einen großen Reiz für Borgelt dar. „Ich bin der Auffassung, dass die Universität Salzburg – durch die Absolvent*innen und anderweitigen Wissenstransfer in Industrie und Handel auch die Stadt und das Land – sehr von diesem Studiengang profitieren können“, bekräftigt der 51-Jährige. Bei seiner Entscheidung, sich um die Professur in Salzburg zu bewerben, konnte auch die Stadt an sich punkten. „Salzburg ist natürlich sehr reizvoll. Da ich vorher an der Universität Konstanz am Bodensee war, wollte ich mich durch einen Wechsel nicht verschlechtern und mit Salzburg ist mir das gelungen“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Nach den ersten Wochen hat er bereits sehr positive Erfahrungen gesammelt. „Ich bin in beiden Fachbereichen, der Mathematik und der Computerwissenschaft, sehr herzlich aufgenommen und schnell integriert worden“, berichtet er. Nicht nur mit seinen Kolleg*innen, sondern auch Richtung Wirtschaft möchte Borgelt sich vernetzen. „Die Möglichkeiten in Salzburg, speziell auch für Industriekooperationen, sind höchst vielversprechend und auch hier bin ich bereits eingebunden worden.“

Kurzlebenslauf Christian Borgelt

Christian Borgelt wurde 1967 in Bünde in Westfalen geboren. Nachdem er in Braunschweig Informatik und Physik studierte, promovierte er 2000 an der Universität Magdeburg mit einer Arbeit über das Lernen graphischer Modelle aus Daten. Er habilitierte sich 2006 für Informatik mit einer Schrift über Clustering und Klassifikation. Außerdem arbeitete er an Industrieprojekten mit Volkswagen, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Tripos, etc.

Im April 2006 übernahm Borgelt die Leitung der Forschungseinheit „Intelligente Datenanalyse und Graphische Modelle“ des damals neu gegründeten „European Centre for Soft Computing“ in Mieres, Spanien. Ab 2016 war er freiberuflicher IT-Berater für u.a. Liebherr Werk Nenzing, von April 2017 bis September 2018 Vertretungsprofessor an der Universität Konstanz. Seit Oktober 2018 ist Christian Borgelt nun Professor für Data Science an der Universität Salzburg.

Bisher veröffentlichte Borgelt ca. 160 Aufsätze auf nationalen und internationalen Konferenzen, Workshops sowie in Büchern und Zeitschriften.

Was ist Data Science?

Die Universität Salzburg bietet seit 2016 – damals als erste österreichische Universität – den interdisziplinären Masterstudiengang Data Science an.
Hinter dem Begriff Data Science steckt eine auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragte Mischung aus Grundkenntnissen in klassischer angewandter Statistik, Data Analytics, Big Data, Business Analytics, Business Intelligence, vielen Bereichen der Informatik, sowie auch rechtlichen und ethischen Grundlagen. Data Scientists agieren an der Schnittstelle von Statistik und Informatik. Sie sind in der Lage aus riesigen Datenmengen relevante Informationen zu ziehen und mit Hilfe von Werkzeugen der klassischen Statistik die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Das Wissen für morgen schon heute erleben – mit diesem Ziel erarbeiten universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in der Science City Itzling neue Vermittlungsformate. Offene MINT-Labore zeigen Kindern und Jugendlichen wie spannend Naturwissenschaften und Technik sein können und machen auf die Leistungen der in Itzling ansässigen Wissenseinrichtungen aufmerksam.  Weiterlesen

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